ドイツ語旅日記 エピソ−ド75 「アドヴェンチャ−・ダハシュタイン」 パ−ト10 『神様のロ−プ』


最終日は実際に氷河の上を歩くトレ−ニングをしました。
リサはクレバス救助が本番にならないかと、とても不安そうでした。

ドイツ語作家: ulenspiegel

 

Am folgenden Tag sind wir um 5:30 Uhr aufgestanden. Es war noch dunkel draußen. Mein Körper tut überall weh von dem Training gestern. "Habt ihr gut geschlafen?" fragte Georg beim Frühstück.

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"Ja, ich habe wie ein Holzklotz geschlafen", antwortete ich. "Wie bitte? Man sagt hier normalerweise: ich habe wie ein Murmeltier geschlafen", sagte Georg lachend. "Auf Englisch sagt man oft: Sleeping like a log", erklärte ich.

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"Ich habe einen schrecklichen Alptraum gehabt...wegen der Geschichte von Joe Simpson. Ich bin in eine Spalte gestürzt und du hast versuchst mich zu retten, aber wir sind beide gefallen...tief in eine bodenlose Höhle", sagte Lisa ängstlich zu mir.

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"Das ist seltsam! Der Titel des Buch, das Joe Simpson schrieb, heißt 'Sturz ins Leere', aber keine Sorge...so eine tiefe Spalte gibt es hier selten", antwortete Georg aufmunternd. Aber ich dachte: "Was für ein glückverheißendes Zeichen!" und habe nichts gesagt.

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Als wir rauskamen, war der Boden leicht mit Reif bedeckt. Ein Kuppelförmiger Felsberg sah wie ein mit Staubzucker überzogener Kuchen aus. Als wir das Schneefeld erreichten, begann der östliche Himmel, in rosa zu glühen.

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Dort schnallten wir uns die Steigeisen an und Georg bereitete das Seil für die Gletscherüberquerung vor. Dann starteten wir mit Georg als Führer, Lisa in der Mitte und ich hinten. Überall glitzerte das Schnee-Eis wie Kristalle in der Morgensonne.

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Das rhythmische Geräusch von Eiskristallen, die unter dem Steigeisen knirschten, war mir sehr angenehm und es hat mich aufgemuntert. Manchmal war ich zu schnell; ich musste aufpassen, um genügend Abstand zwischen mir und Lisa zu halten.

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Anderseits schien Lisa immer noch unsicher zu sein, als könnte sie jeden Moment vom Abgrund verschluckt werden. "Es scheint, dass es hier gar keine versteckten Spalten gibt und es ganz sicher ist", sagte ich ermutigend.

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Aber Georg sagte nonchalant: "Doch, wir haben schon über einige Spalten überquert." "Echt?! Wie kannst du das wissen?" fragte ich erstaunt. "Man kann es an Schatten oder Formation der Schneeoberfläche erkennen..."

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"Oder an der Qualität des Schnees, wenn man den Eispickel hineinsteckt", antwortete er. Etwa einer Stunde danach wurde es steiler und steiler; ich fing an zu keuchen und konnte kaum mithalten.

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Georg zeigte auf den Höhenmesser seiner Armbanduhr und sagte: "Es sind gerade 2500m, aber keine Sorge, du wirst dich bald daran gewöhnen." Dann sagte Lisa: "Jetzt fühle ich mich viel besser, komischerweise scheint mich die Höhe munter zu machen!"

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Als wir endlich das Ende des Gletschers erreichten, war ich schweißgebadet und total ausgelaugt. "Ach, ich bin am Ende meiner Kraft! Lasst uns bald Mittagspause machen!" rief ich, aber Lisa erwiderte: "Dazu ist es noch zu früh..."

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Dann fragte sie Georg: "Wie lange dauert es bis zum Berggipfel?" "Eine Stunde sollte genügen..." antwortete er und, bevor ich etwas sagen konnte, ist er schon über die tiefe Randkluft gesprungen und fing an das Seil für uns vorzubereiten.

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Wir machten die Steigeisen ab und versuchten, auf den Felshang zu klettern, aber er war schmal wie in einem Schornstein und sehr rutschig. Nach mehrmaligem Herunterrutschen gelang es mir, meinen Rücken gegen die Wand zu stemmen und langsam nach oben zu klettern.

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Danach hatte ich erwartet, auf einem Steig zu gehen, aber alles, was ich sehen konnte, waren rundum fast senkrechte Wände. Alle 5 Minuten mussten wir anhalten, um zu atmen und Kraft zu sammeln zum Weiterklettern.

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"Wie lange dauert es noch...?!" fragte ich mehrmals, schwer keuchend. "Ein bissel noch!" antwortete Georg immer wieder, aber nirgendwo war der Gipfel zu sehen. Dann steckte ich an einem Felsvorsprung fest; ich konnte weder nach oben noch runter.

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Wenn ich jetzt gefallen wäre, hätte ich Lisa mitgezogen und wir beide wären runter in den Abyssus gestürzt...wie in Lisas Alptraum! Könnte Georg wohl das Gewicht von zwei Personen aushalten? Der Gedanke erschreckte mich und ein Adrenalinstoß gab mir plötzlich extra Kraft.

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"Das ist jedoch unheimlich lange 'Eine Stunde' nicht wahr?!" beklagte ich mich, immer noch außer Atem, als wir endlich den Gipfel erreichten. "Aber die Aussicht von hier ist buchstäblich atemberaubend wunderschön nicht wahr?" erwiderte Georg und wir lachten alle auf.

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Das war ja das Anstrengendste, was ich je in meinem Leben getan habe, aber es hat sich gelohnt: ein spektakuläres wolkenloses Bergpanorama...so weit das Auge reicht! Wir konnten so gar die Gebirge von Slowenien und Osttirol sehen.

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"Da liegt der Großglockner...euer nächstes Ziel!" sagte Georg; er sah wie ein winziger weißer Spitzzahn aus. Direkt unter uns konnte ich den Gosausee sehen ? wie ein kleiner ovaler Spiegel leuchtend.

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Plötzlich erwachten eine wehmütige Erinnerung an den Herbst vor einigen Jahren zum Leben, als ob sie in diesem Spiegel widerspiegelte wäre. Ich sah uns mit der traurig aussehenden Fiona am See spazieren gehen ? dem Geburtsort ihrer Mutter.

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Jetzt ist Fiona selbst Mutter, glücklich verheiratet mit Alan in Schottland. Seltsamerweise schien Zeit und Raum plötzlich eine andere Bedeutung für mich zu haben. Wenn Gott existiert, könnte er wohl Vergangenheit und Zukunft wie ein Panorama überblicken?

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Könnte es sein, dass wir alle an einem Seil verbunden sind und uns gegenseitig helfen? Aber schlussendlich ist Gott derjenige, der das Seil hält, und er würde es unter keinen Umständen durchschneiden.

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