ドイツ語旅日記 エピソ―ド 10 『幻想の町ハルシュタット』


前回の続きです。お母さんと死に別れた身の上を語ってくれたフィオナが一枚の不思議な絵を見せてくれました。
ゴ―ザオ湖の現実離れした情景は、日が傾くにつれていっそう幻想感を増していきます。

ドイツ語作家: ulenspiegel

 

Ich zeigte auf ihre Aquarellmalerei und fragte: "Die Frau da ist deine Mutter und hast du ihr weißes Kleid getragen, als wir uns getroffen haben?" Fiona nickte lächelnd: "Ja, und du warst zu Tode erschrocken, als wäre ich ein Gespenst."

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"Gut, dass du jetzt lachst. Ja, damals ist mir fast das Herz stehengeblieben." sagte ich. "Und als du so lange nicht aus dem Beinhaus herauskamst, haben wir gedacht, dass du echt ein Geist warst." sagte Lisa auch lachend.

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"Ich war dabei die zwei Schädel mit dem Kreuz zu zeichnen. Dann habe ich wieder meine Mutter sagen gehört, `Fiona, du musst dem Vater vergeben.` Als ich das Beinhaus verließ, konnte ich immer noch ihre Stimme hören."

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Dann hat sie zur anderen Seite des Sees hinüber geschaut, als ob sie nach der Mutter in Wirklichkeit suchen würde, und schüttelte ihren Kopf gequält: "Aber ich kann ihm einfach nicht vergeben, wie sehr auch immer ich versuche!"

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"Fiona, du musst zuerst dir selbst vergeben. Vergebe dir, dass du deinen Vater nicht vergeben kannst, und höre doch mal auf dich selbst zu bestrafen.* " sagte ich. Daraufhin hat sie mich mit ihren großen Augen erstaunt angeschaut und schwieg.

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Wir haben auch eine Weile geschwiegen; dann sagte Lisa plötzlich: "Schaut mal dort, der Dachstein! Er glüht ganz in rot!" Der Schnee auf ihm und sein Gletscher glühten in rosa vor dem tiefen Blau des Himmels in der Herbstdämmerung.

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Während ich davon einige Fotos aufnahm, hat Fiona angefangen ihn zu malen. Dann fingen einige Wolkenstreifen über ihm auch an, in rot zu brennen ? wie Flammen; und plötzlich erschien da ein Band glühendes Grüns.

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"Guck mal, die Wolke glüht grün wie ? wie heißt das noch? ? der Kristall, den wir im Laden gesehen haben!" rief Lisa begeistert. "Turmalin, meinst du? Wie schön wirkt das Grün zwischen dem Rosa!" sagte ich auch total bezaubert.

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Währenddessen hat sich Fiona so beschäftigt, dass sie ganz tief in ihrer anderen Welt versunken und von uns nichts mitzubekommen schien. Sehr langsam aber sicher verblasste der letzte Strahl des Abendlichts.

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Eine nach der anderen haben die dünnen Wolken ihre rosa Glut verloren und sich ins Aschgrau verwandelt, als ob traurige Lebewesen nacheinander sterben müssten. Aber nur der grün glühende Wolkenstreifen blieb noch länger da.

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"Es ist ziemlich dunkel geworden, aber da liegt noch ein bisschen Grün wie ein dunkelgrüner Smaragd, halb im grauen Gestein verborgen." schilderte Lisa sehr poetisch die Szene, dann nieste sie plötzlich.

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"Hast du dich erkältet, Lisa? Es ist schon wirklich kalt geworden. Wir gehen jetzt besser zurück ein Taxi bestellen." sagte ich. "Ja, mir ist auch furchtbar kalt, meine Finger tun schon richtig weh vor Kälte." sagte Fiona abrupt.

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"Bist du fertig mit dem Bild?" fragte ich. "Ja, danke, dass ihr so lange auf mich gewartet habt." antwortete Fiona. "Das ist ausgezeichnet, Fiona! Besser als die Realität!" sagte Lisa, als sie sich das fertiggestellte Aquarell anschaute.

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Tatsächlich sah es viel träumerischer und bezaubernder aus als die echte Landschaft; auf den ersten Blick wirkt es wie ein perfekt symmetrisches Abziehbild mit der widergespiegelten Szene des Abendrots;

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aber näher angeschaut, fällt einem auf, dass Berg und Himmel dunkler sind als das Spiegelbild. Es spielt den Sinnen einen Streich: die echte Szene wirkt wie ein Spiegelbild und das widergespiegelte Bild erscheint wie die echte Szene.

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"Die smaragdgrüne Wolke hast du wunderschön gemalt! Sie scheint wirklich zu glühen wie ein Edelstein. Ich habe so was noch nie gesehen." sagte Lisa tief bewegt. "Im Schottland hat meine Mutter etwas ähnliches gemalt." sagte Fiona.

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Dann hat sie den Zeichenblock durchblättert und hat uns ein Aquarell gezeigt, das auch einen See und einen Berg im Abendrot darstellt. "Das ist der Ben Nevis bei Fort William, wo mein Vater geboren wurde." erklärte Fiona.

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"Dann hat der Zeichenblock wohl deiner Mutter gehört?" fragte ich. "Ja, dies ist ihr letzter Zeichenblock und das Bild ist ihr Letztes." Das ist ein merkwürdiges Bild. Der Berg und die Wolken sind in rosa getönt, aber der ganze Himmel ist grün.

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"Es sieht wie Polarlicht aus!" sagte ich. "Ja, es ist wirklich das Nordlicht." "Polarlicht in Schottland!?" fragte Lisa erstaunt. "Wenn die Sonne sehr aktiv ist, kann man nur selten auch in Schottland das Nordlicht sehen." erklärte Fiona.

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"Damals habe ich dieses Bild so gehasst, dass ich es manchmal zerreißen wollte, weil meine Mutter kurz danach versucht hatte sich umzubringen ? aber das konnte ich nicht. Jetzt bin ich froh, dass ich es nicht getan habe!"

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